UNESCO Projektschule - was bedeutet das?
Menschenrechts- & Demokratiebildung
Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie muss gelebt, erfahren und täglich neu gedacht werden. An der EKR begreifen wir Menschenrechtsbildung nicht als abstraktes Lehrbuchwissen, sondern als gelebte Haltung. Unsere Schüler*innen setzen sich aktiv mit Fragen von Gerechtigkeit, Teilhabe und Würde auseinander: im Klassenzimmer, im Schulalltag und im Dialog mit Menschen, die diese Werte durch ihre eigene Geschichte verkörpern.Ziel ist es, demokratische Werte nicht nur zu benennen, sondern wirklich zu verstehen. Was bedeutet Identität? Wie gelingt Integration? Wann fängt Partizipation an? Dafür schaffen wir unter anderem in unserer fest im Stundenplan verankerten UNESCO-Stunde gezielt Begegnungsräume mit außerschulischen Perspektiven, realen Vorbildern und ehrlichen Gesprächen.
Menschenrechtsbildung konkret:
„Talk to Fatih“ – Ein Gespräch über Identität, Integration und demokratische Werte 21. Mai 2026 · Welttag der kulturellen Vielfalt · Jahrgänge 7 & 8
Am 21. Mai 2026, dem Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung, begrüßte unsere Schule einen besonderen Gast: Fatih Türk, ehemaliger EKR-Schüler und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Was ihn zu einem so wertvollen Gesprächspartner macht? Er hat denselben Schulflur betreten, dieselben Fragen mitgenommen und seinen ganz eigenen Weg gefunden.
Elf Schüler*innen der Jahrgänge 7 und 8 hatten sich in einem Bewerbungsverfahren für die Teilnahme qualifiziert und trafen Fatih in der 3. und 4. Schulstunde. Kein Frontalvortrag, keine aufbereitete Erfolgsgeschichte, sondern echter Austausch. Fatih teilte seinen Lebensweg entlang von Themen, die für viele unserer Schüler*innen unmittelbar vertraut sind: Fragen der eigenen Identität, das Ankommen in einer neuen oder mehrfachen Zugehörigkeit und die Erfahrung, dass Mitgestaltung möglich ist, wenn man den Mut dazu aufbringt.
„Fatih hat drei Wörter mitgegeben: Ehrgeiz, Stolz und Bewegung. Er hat einigen die Augen geöffnet und auch bewiesen, dass Kinder auch mit Migrationshintergrund vieles im Leben erreichen können.“ — Ömer, 8b
„Ich fand das sehr schön, dass ich dabei sein durfte. Für mich ist Fatih ein Idol und verdient von jedem Menschen Respekt für alles, was er für uns und für sich getan hat.“ — Michael, 7b
Die Begegnung verdeutlicht, was UNESCO-Projektschulen auszeichnet: Lernen entsteht nicht nur aus Büchern, sondern im Kontakt mit gelebter Realität. Wenn ein ehemaliger Schüler zurückkommt und zeigt, dass demokratische Werte kein Ideal bleiben müssen, sondern handlungsleitend sein können, dann ist das Bildung in ihrer stärksten Form.
Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt
Unsere Schule versteht kulturelle Vielfalt als Bereicherung und als Chance, voneinander zu lernen. Durch Projekte, Begegnungen und den Austausch fördern wir Offenheit, Respekt und Toleranz gegenüber anderen Kulturen. Dabei erfahren unsere Schülerinnen und Schüler, dass Gemeinsamkeiten oft stärker sind als Unterschiede und dass gegenseitiges Verständnis durch Kommunikation und Zusammenarbeit wächst.
Interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt konkret:
Ein Beispiel hierfür ist die Ausstellung zum Internationalen UNESCO-Welttag der Muttersprache am 21. Februar. Schülerinnen und Schüler gestalteten den Schaukasten im Eingangsbereich unserer Schule und machten die sprachliche Vielfalt unserer Schulgemeinschaft sichtbar. Die Ausstellung setzte ein Zeichen für die Wertschätzung aller Muttersprachen und verdeutlichte, dass Sprache ein wichtiger Bestandteil der eigenen Identität und ein wertvoller Beitrag zu unserer kulturellen Vielfalt ist.
Ein weiterer Schwerpunkt ist unser eTwinning-Projekt mit der Scuola Secondaria di primo grado G. Lozer in Pordenone (Italien). Durch den regelmäßigen Austausch arbeiten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam an Projekten und kommunizieren dabei auf Englisch. Sie lernen den Alltag ihrer Partnerschule kennen, tauschen sich über ihre Lebenswelten aus und erleben, dass sie trotz unterschiedlicher kultureller Hintergründe viele Gemeinsamkeiten verbinden.
Solche Begegnungen fördern die interkulturelle Kompetenz unserer Schülerinnen und Schüler. Sie lernen, anderen Kulturen mit Offenheit zu begegnen, Unterschiede wertzuschätzen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. So leisten unsere Projekte einen wichtigen Beitrag zu einem respektvollen und friedlichen Zusammenleben in einer vielfältigen Welt – ganz im Sinne der UNESCO.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Die Umwelt um uns herum verändert sich und wir sind dafür verantwortlich sie zukunftsfähig und nachhaltig zu gestalten. Uns reicht es nicht, Fakten über Klimawandel oder Ressourcenverbrauch abzurufen — wir wollen Zukunft verantwortungsvoll gestalten. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an unserer Schule verknüpft lokales Handeln mit globalem Denken: Lernorte sind das Schulgelände, die Nachbarschaft und außerschulische Orte in der Region, an denen Themen wie Konsum, Mobilität, Energie, Biodiversität und soziale Gerechtigkeit praktisch und handlungsorientiert bearbeitet werden.
BNE fördert Kompetenzen, die für eine nachhaltige Lebensweise notwendig sind: Vorausschauendes und systemisches Denken, interdisziplinäres Arbeiten, kritische Urteilsfähigkeit, Selbstwirksamkeit und die Bereitschaft zur Mitgestaltung. So lernen unsere Schüler*innen, die Folgen ihres Handelns für andere Menschen und kommende Generationen einzuschätzen und bewusste Entscheidungen zu treffen.
Wir setzten auf partizipative Methoden, fächerübergreifende Projekte und enge Kooperationen mit externen Partnern. Schüler*innen, Lehrkräfte, Eltern und die lokale Gemeinschaft arbeiten gemeinsam an konkreten Projekten und Lösungen — unter anderem in einer festen UNESCO-Stunde, die in allen Jahrgängen im Stundenplan verankert ist. So machen wir Bildung erlebbar und tragen aktiv zu einer nachhaltigen und solidarischen Zukunft bei.
Bildung für nachhaltige Entwicklung konkret:
1. „Spaces for Future“ – Nachhaltigkeit und Klimawandel
Wir nutzen das Spiel „Spaces for Future“, um den Schüler*innen der Klassenstufen 8 und 9 die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel näher zu bringen. Die Schüler*innen treffen spielerisch Entscheidungen, von heute bis ins Jahr 2100. Auf 63 Feldern warten Aufgaben, Fragen und Szenarien, die den CO₂-Ausstoß reduzieren oder erhöhen. So erleben die Jugendlichen spielerisch, wie individuelle und kollektive Entscheidungen Auswirkungen auf unsere gemeinsame Zukunft haben können. Das Spiel wurde von der Produktion des Studio 7 eindrucksvoll vorgestellt.
2. „Spaces for Future“ – Nachhaltigkeit und Klimawandel
Mehrere Klassen arbeiten praktisch an Fragen nachhaltiger Entwicklung im lokalen Verein und Ladenlokal „KEINKAUF“ in Brühl. Der direkte, lokale Zugang zu Produkten, Verkaufsprozessen und Lieferketten macht abstrakte Themen wie Konsumverhalten, Ressourcenverbrauch und Abfallvermeidung für die Schüler*innen erfahrbar — etwa bei der Analyse von Verpackungen, der Herkunft von Waren oder Alternativen zum Wegwerfverhalten.
Durch die Zusammenarbeit mit dem Ladenpersonal konnten die Lernenden nachhaltige Handlungsoptionen kennenlernen und selbst erproben: Bewusste Einkaufsentscheidungen, Ideen zur Müllvermeidung, sowie lokale Wirtschaftsperspektiven.
Global Citizenship Education
Demokratie und Menschenrechte sind für uns kein theoretischer Lehrstoff, sondern gelebter Alltag. Die Global Citizenship Education verbindet an der EKR das Bewusstsein für weltbürgerliche Verantwortung mit aktivem Handeln im eigenen Umfeld.
Unsere Schüler*innen nutzen den geschützten Raum der Schule, um Werte wie Zivilcourage, interkulturelles Lernen sowie Antirassismus und die Prävention von Antisemitismus fest im eigenen Handeln zu verankern.
Als UNESCO-Projektschule legen wir großen Wert auf partizipatives Lernen, kritische Medienkompetenz und transdisziplinäre Projekte unter Einbindung der gesamten Schulgemeinschaft.
Global Citizenship Education konkret:
Besuch des LVR-Kulturzentrums Abtei Brauweiler anlässlich des Anne Frank-Tages (10.06. – 12.06.2026)
Im Rahmen der Global Citizenship Education engagieren wir uns am 12. Juni aktiv am bundesweiten Anne Frank-Tag. Der Aktionstag erinnert an Anne Franks Geburtstag und mahnt uns, aktiv gegen Antisemitismus und Rassismus einzutreten. Um die Vergangenheit nicht zu vergessen, setzt sich die Jahrgangsstufe 9 im Deutsch- und Geschichtsunterricht intensiv mit der NS-Zeit auseinander und besucht die Gedenkstätte Brauweiler. Vor Ort nehmen die Jugendlichen am Workshop „Vier Schicksale – zwei Orte: Täter und Opfer, Verfolgung und Verbrechen in Brauweiler und Köln“ teil und besichtigen die Dauerausstellung. Die Dauerausstellung schlägt die Brücke von einem mittelalterlichen Kloster über ein Gefängnis und ein Landeskrankenhaus bis hin zum heutigen modernen Kulturzentrum. Der Schwerpunkt des Workshops liegt auf der Lebenssituation von Jugendlichen im Nationalsozialismus. Durch das Kennenlernen der vier Schicksale und jeweiliger Biografien wird Geschichte für unsere Schüler*innen greifbar.
Die Verknüpfung aus Unterricht und Exkursion verfolgt ein klares Ziel: Sie fördert das kritische Denken und stärkt das historische Bewusstsein unserer Schüler*innen. Indem sie verstehen, wie Ausgrenzung damals funktionierte, schärfen sie ihren Blick für Ungerechtigkeiten im Hier und Jetzt.
Welterbebildung
Uns reicht es nicht, UNESCO-Welterbestätten auswendig zu lernen! Welterbebildung verbindet an der EKR lokales Lernen mit globalem Kulturerbe. Unsere Schüler*innen nutzen lokale und globale Natur- und Kulturdenkmäler als außerschulische Lernorte, um Werte wie Denkmalschutz, interkulturelles Lernen und die Bewahrung unseres Erbes zu verankern. Ziel ist es, Bewusstsein für Universalwerte, Geschichte, Vielfalt und Nachhaltigkeit zu schaffen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. UNESCO-Projektschulen legen dabei Wert auf partizipatives Lernen, interkulturelle Perspektiven, transdisziplinäre Projekte, Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern und die aktive Einbindung von Schüler*innen, Lehrkräften, Eltern sowie der lokalen Gemeinschaft. Dafür schaffen wir u.a. in unserer UNESCO-Stunde, die fest im Stundenplan aller Jahrgänge integriert ist, Raum und Zeit.
Welterbebildung konkret:
Ausstellung „Rokoko under Construction – The Making of Schloss Augustusburg“ der UNESCO-Welterbestätte Schlösser Brühl (27.06.-01.11.2026)
Im Rahmen eines Welterbeprojekts erarbeiten Schüler*innen unserer Schule eigenständig einen Audioguide für die temporäre Ausstellung „Rokoko under Construction – The Making of Schloss Augustusburg“ der UNESCO-Welterbestätte Schlösser Brühl. Dabei schreiben und sprechen Schüler*innen unserer Schule die Hörtexte selbst ein, spielen zudem die Hintergrundmusik auf dem Cello, während der Talentkurs Technik Aufnahme, Schnitt und Postproduktion der Audioaufnahmen übernimmt. Ergänzt wird das Projekt Audioguide noch um die Beitragsaufnahmen zeitgenössischer Hörtexte von unserenen Lehrer*innen und unserer gesamten Schulleitung, die in verschiedene Rollen wichtiger bzw. adliger Persönlichkeiten des 18. Jahrhunderts schlüpfnen durften. Zusätzlich bieten Frau Fuchs und Frau Könen Kunst-Workshops für Schulen und Familien an, die sich mit den Themen Stuck und Fesco befassen. Diese enge Zusammenarbeit unterstreicht, wie eine (Interessierte) UNESCO-Projektschule Bildungswege mit kultureller Verantwortung verknüpft und das UNESCO-Weltkulturerbe als lebendigen Lernort erlebbar macht.
Anlässlich des UNESCO-Welterbetags am 7. Juni hat sich die 6d engagiert.
Unter dem inspirierenden Motto Gemeinsam für Frieden und Verständigung gestalteten die Schüler*innen eine ausdrucksstarke „Fotostory“.
Ein tolles Projekt, das zum Nachdenken anregt.
